BAUAUSSCHUSS Zwei Varianten stehen zur Wahl – Sie werden in einer Bürgerversammlung vorgestellt

Mit dem neuen Bildungs-Campus am Mühlenweg wird die Schellingstraße als Schulweg an Bedeutung gewinnen.
Von der Umgestaltung sollen vor allem Fahrradfahrerprofitieren.
VON STEPHAN GIESERS

WILHELMSHAVEN – Mehr Parkplätze, Tempo 20 für Autofahrer und in großen Teilen als Fahrradstraße angelegt – so soll künftig die Schellingstraße aussehen und somit ein sicherer Schulweg werden.
Die Pläne für zwei mögliche Varianten der Umgestaltung stellte die von der Stadtverwaltung beauftragte Ingenieurgesellschaft Nordwest aus Oldenburg im Bauausschuss vor.
Zukünftig werde die Schellingstraße mit dem neuen Bildungs-Campus als Schulweg und für den Radverkehr an Bedeutung gewinnen.

Das Teilstück zwischen Kolpingstraße und Freiligrathstraße soll deshalb als Fahrradstraße ausgewiesen werden. Zwischen Göker- und Kolpingstraße bleibt die Tempo-30- Zone bestehen.

Die erste Variante sieht eine gradlinige Straßenführung mit insgesamt 109 Parkplätzen in Längsaufstellung vor.

Im zweiten Vorschlag sind Grüninseln zur Verkehrsberuhigung sowie 104 Stellplätze geplant – zum Teil in Schrägaufstellung.

Die Verwaltung favorisiert den ersten Vorschlag. Diese biete bessere Sichtverhältnisse für den Straßenverkehr und somit mehr Sicherheit, wie Stadtplaner Michael Witt erläuterte. Die Baukosten betragen bei beiden Varianten um die 900 000 Euro netto.
Tim Menke, Betriebsleiter der Technischen Betriebe Wilhelmshaven, betonte, dass in diesem Bereich die Straßensanierung und notwendige Kanalarbeiten sinnvoll miteinander verbunden werden.
Das Oldenburger Ingenieurbüro ist mit der Planung beider Vorhaben betraut. Fest steht: Die Umgestaltung der Schellingstraße soll möglichst schnell Fahrt aufnehmen. Ziel ist es, die Arbeiten bis zum Beginn
des Schuljahres 2013-2014 abzuschließen, sagte Witt. Deshalb soll möglichst bald eine Bürgerversammlung veranstaltet werden, um Anliegern beide Varianten vorzustellen. Anschließend soll der Bauausschuss eine
Beschlussvorlage auf den Weg bringen.

Dass in der Planung keine Radwege vorgesehen sind und sich Fahrradfahrer sowie Autofahrer die Straße teilen müssen, sorgte indes für Diskussionsstoff im Ausschuss.
Erika Lach (Grüne) sagte, die Erfahrungen mit der Jadeallee hinsichtlich des Radverkehrs müsse auf jeden Fall berücksichtigt werden. Norbert Schmidt (SPD) warnte ebenfalls davor, dass es eine ähnliche Diskussion wie bei der
Jadeallee geben könnte. „Damals haben wir auch intensiv geplant, Bürger beteiligt und Meinungen von Experten berücksichtigt.“
Erst nach Fertigstellung der Jadeallee sei dann das Heulen groß gewesen. Schließlich sei die Verkehrsführung quasi über Nacht geändert worden. Martin Harms (CDU) sieht diese Probleme nicht – und zudem auch keine Alternative zur Fahrradstraße. „Die Lösung ist gut, die Möglichkeiten lassen an dieser Stelle nichts anderes zu.“

Das Thema Jadeallee sei damals viel zu sehr aufgebauscht worden. Horst Walzner (Unabhängige Wählergemeinschaft) wies darauf hin, dass die Kinder in den Schulen genau belehrt werden müssten, wie sie sich in einer Fahrradstraße zu  verhalten hätten.

(c) Wilhelmshavener Zeitung vom 01.02.2013, Seite 8; Bild: Stephan Giesers, WZ

 

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