Auf dem Weg zum Neuen Gymnasium Wilhelmshaven

 

Zwei Standorte – eine Schule: Winona Fischer besuchte das Käthe-Kollwitz-Gymnasium und Maren Schwartz war Schülerin des Gymnasiums am Mühlenweg. Dass sie plötzlich und ohne ihr Zutun eine gemeinsame Schule besuchen, klingt seltsam. Der Grund: Das KKG und GaM wurden zusammengelegt und werden nun zum Beginn des Schuljahres unter einem Dach vereint. Darüber haben sich die beiden WZ-Jugendreporterinnen ihre Gedanken gemacht.

 

VON MAREN SCHWARTZ UND WINONA FISCHER

 

Die Uhr läuft rückwärts. Wie der Countdown einer Zeitbombe. Noch 232 Tage – so verkündet es heute die Internetseite des Neuen Gymnasiums Wilhelmshaven (NGW). Bis zur Eröffnung des neuem Schulgebäudes am Mühlenweg zählen Schüler und Lehrer die Stunden, Minuten und Sekunden. Vom Bau des NGW hat man ja schon gehört. Hier werden das Käthe Kollwitz Gymnasium und das Gymnasium am Mühlenweg unter einem Dach vereint. Zusammengelegt sind die beiden ehemaligen städtischen Gymnasien bereits seit dem 1. August dieses Jahres. Zurzeit ist das gemeinsame Schulgebäude aber noch eine große Baustelle. Unterrichtet wird bis zur Eröffnung an zwei Standorten. Zum einen im Gebäude des ehemaligen KKG an der tom-Brok-Straße, zum anderen am Standort Schellingstraße – im Haus der ehemaligen Hauptschule Heppens.

 

Das Projekt der Stadt Wilhelmshaven ist mit großen Kosten verbunden, da es das modernste Gymnasium Niedersachsens werden soll. Neue Unterrichtskonzepte und die Ausstattung der Schule sollen das Bildungsangebot in Wilhelmshaven so attraktiv wie möglich machen. Darin sind sich die Vertreter im Rat der Stadt, der Schulvorstand und die Bauherren einig. Doch wie sind die Einschätzung der Schüler? Wir haben uns mit diesem Thema auseinandergesetzt und aus der Sicht von Schülern beider Standorte konnten wir uns ein allgemeines Meinungsbild schaffen. Vor dem Baustart war die Stimmung der Schüler bezüglich der Zusammenlegung zum NGW eher negativ. Grund waren der sich eher schwierig gestaltende Übergang von zwei Standorten zu einem, der plötzlichen Umstellung auf eine viel größere Schülerzahl.

 

Außerdem müssen vor allem viele ehemalige KKG Schüler künftig einen längeren Schulweg in Kauf nehmen. Und obwohl die Schüler nun offiziell dasselbe Gymnasium

besuchen, ist das Gemeinschaftsgefühl bislang nicht sehr ausgeprägt. Gerade Schüler des jetzigen 12. Jahrgangs fehlt die Identifikation mit dem NGW. „Seit sieben Jahren stand KKG auf meinem Zeugnis und jetzt soll ausgerechnet auf meinem Abschlusszeugnis etwas anderes stehen“, sagt zum Beispiel Gizem Bayram. Auch das Pendeln zwischen den Standorten bereitet vielen Oberstufenschülern größere Umstände. Aber es gibt ohnehin schon Kooperationen zwischen Gymnasien Wilhelmshavens – zum Beispiel bei Arbeitsgemeinschaften. Aus der Sicht der ehemaligen GaM-Schüler sind die Baumaßnahmen am Mühlenweg gelegentlich störend. Sie sind aber nun mal nötig, um das Projekt umzusetzen. Trotz aller möglichen Probleme freuen sich viele Schüler auf die neue Schule. MINT- und Theaterklassen sowie zweisprachiger Unterricht sind nur einige von vielen Angeboten, die geplant sind.

 

Auch der Wandel zu einer Ganztagsschule bringt viele Vorteile mit sich. So wird es eine Mensa geben, die viermal in der Woche warmes Essen bietet. Natürlich sind Zusammenschließungen von Schulen wie diese nicht immer einfach, aber aufgrund sinkender Schülerzahlen nicht vermeidbar.

 

© Wilhelmshavener Zeitung vom 13. Dezember 2012, Seite 33

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