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Das NGW ist nun auch offiziell eingeweiht worden. Die Wilhelmshavener Zeitung berichtet darüber in ihrer heutigen Ausgabe sehr ausführlich. Auch ein Video wurde veröffentlicht.

Gymnasium feierlich eingeweiht

SCHULEN NGW-Leiterin Anke Steckhan: „Vorhaben qualitativ hochwertig umgesetzt“

Das Neue Gymnasium Wilhelmshaven am Mühlenweg ist eine der modernsten Schulen Deutschlands geworden. Das sagte der Architekt Prof. Frank Hausmann bei der Einweihung.

VON NORBERT CZYZ

WILHELMSHAVEN – Das Neue Gymnasium Wilhelmshaven ist gestern mit einem Festakt in der neuerrichteten Aula auf dem Bildungscampus am Mühlenweg eingeweiht worden. Rund 15 Millionen Euro hat die Stadt Wilhelmshaven investiert, um für die beiden fusionierten Gymnasien, das Gymnasium am Mühlenweg und das Käthe-Kollwitz-Gymnasium, eine moderne, pädagogisch zukunftsweisende Schullandschaft zu schaffen, wie das in mehreren Reden zum Ausdruck kam.

Das Neue Gymnasium ist als offene Ganztagsschule mit auf Ganztagsbetrieb ausgerichteter Zeittaktung von je 90 Minuten pro Unterrichtseinheit konzipiert. Die Pläne für die neue Schulumgebung, der Kombination von zwei bestehenden Gebäuden des früheren Gymnasiums am Mühlenweg mit einem neu geschaffenen Eingangsbereich, einer Mensa, einer Aula und einer noch im Bau befindlichen Sporthalle stammen von dem Architekten Prof. Frank Hausmann. Zu dem Ergebnis nach 15-monatiger Bauphase sagte Hausmann: „Das Neue Gymnasium ist eine der modernsten Schulen, die Deutschland hat.“

Die Leiterin des Neuen Gymnasiums, Anke Steckhan, dankte in ihrer Rede allen, die den „spannenden Entstehungsprozess aktiv mitgestaltet“ haben – seien es die Mitarbeiter und Lehrer in der Schule, die verantwortlichen Mitarbeiter in der Schulverwaltung oder beim Bauherrn, dem städtischen Eigenbetrieb Grundstücke und Gebäude der Stadt Wilhelmshaven. Ganz besonders dankte Steckhan Schuldezernent Dr. Jens Graul, der „Mitsprache ausdrücklich gewünscht“ habe und der „nie einen Zweifel daran hat aufkommen lassen, dass das versprochene Vorhaben auch qualitativ hochwertig umgesetzt wird“.

Der Festakt wurde vom Musiklehrer Gerrit Junge an der Orgel und durch Darbietungen der Schüler musikalisch umrahmt.

 Wilhelmshavener Zeitung vom 27. September 2013, Seite 1

Ein enormes pädagogisches Potenzial

EINWEIHUNG Am Neuen Gymnasium unterrichten 80 Lehrkräfte 900 Schüler im Ganztagesbetrieb

Das Lehrerkollegium des Neuen Gymnasiums Wilhelmshaven hatte das Glück, die Schule nach eigenen Vorstellungen entstehen zu lassen. Das sagte Schulleiterin Anke Steckhan.

VON NORBERT CZYZ

WILHELMSHAVEN – Beim Neuen Gymnasium Wilhelmshaven ist es „in hervorragender Art undWeise gelungen, den neuen und den alten Baukörper in eine durchaus gegensätzliche Beziehung zu bringen“. Dieses Lob brachte Oberbürgermeister Andreas Wagner in seiner Rede zur Einweihung des Neuen Gymnasiums am Mühlenweg auf den Architekten Prof. Frank Hausmann und die bauausführenden Firmen aus. Wagner, der es als Aufgabe dieser Schule sieht, einerseits „die Spitze“ zu fördern, andererseits „die Chancengleichheit“ zu realisieren, sagte, der Namensgebungsprozess sei angeschoben und werde „ergebnisoffen geführt“. Unabhängig davon sei er persönlich für einen Namen, der „den Schwung der neuen Schule unterstreicht“. Zum Schluss seiner Rede ging Wagner auf die vom Schulelternrat erhobene Kritik zu Problemen der Schülerbef.rderung ein. Er sagte, erarbeitete Lösungsmöglichkeiten würden kurzfristig in die Diskussion eingebracht.

Vor ihm hatte die Schulleiterin Anke Steckhan den Entstehungsprozess der neuen Schule skizziert. „Es ist uns gelungen, eine neue Schule von innen heraus entstehen zu lassen, deren pädagogisches Konzept zum einen auf den Stärken der Vorgängerschulen und zum anderen auf neuen Lehr- und Lernmethoden sowie entwicklungspsychologischen Erkenntnissen beruht.“ Man habe das Glück gehabt, die eigene Schule „nach unseren Vorstellungen . . . entstehen zu lassen“. Die neuen Räumlichkeiten und die pädagogische Ausrichtung einschließlich der Schwerpunktbildung böten „ein enormes Potenzial im Hinblick auf anspruchsvolle, vielfältige Bildungsmöglichkeiten und Bildungschancen“. Die Stadt habe eine Schule entstehen lassen, „die auch für andere Standorte Modellcharakter haben wird“.

Als Vertreter der oberen Schulbehörde beglückwünschte der Leitende Regierungsschuldirektor Klaus Seifert die Schüler zu diesem Schulgebäude, „wo sich Traditionelles und Modernes in beeindruckenderMischung wiedergefunden haben.“ Sein besonderer Dank galt der Schulleiterin Steckhan für ihren „unermüdlichen Einsatz“. Er lobte deren „ordnendeHand“. Seifert ging auch auf die Größe der Schule ein. Eine Schule mit 900 Schülern und 80 Lehrkräften zu führen, das sei gewöhnungsbedürftig  „aber es wird ihnen gelingen“.

Das Finale des Festaktes gestalteten der Chef des städtischen Eigenbetriebes Gebäude und Grundstücke der Stadt Wilhelmshaven (GGS), Oliver Leinert, und der Architekt Prof. Frank Hausmann. Leinert ließ in humorvoller Weise noch einmal die politische Diskussion umdie unterschiedlichen Realisierungsmodelle aufleben. Alternativ waren das ppp-Modell (public- private-partnership) im Gespräch, für das anfänglich die Mehrheit votierte (und für das die Ausschreibung noch in seinem Schrank stehe); und die kreditfinanzierte Bauausführung unter der Regie von GGS. Leinert leitete seine Rede mit dem Satz ein, das Neue Gymnasium sei zweimal so teuer geworden wie die KWBrücken- Sanierung, aber in halber Zeit gebaut. Er hob die innovative Nahwärmeversorgung hervor und lobte alle, die mit Tatkraft, Mut und Engagement dazu beigetragen hätten, das Bauvorhaben erfolgreich abzuschließen. Architekt Hausmann ließ keinen Zweifel daran, dass das Neue Gymnasium„ richtig für den Standort ist“ und lobte die gute Kommunikation zwischen Schule, Verwaltung und ihm.

Wilhelmshavener Zeitung vom 27. September 2013, Seite 6

…es ist vollbracht – nach mehreren Jahren der Planung und zwei Jahren Umbauphase war heute ein großer Moment in der Geschichte und der Entwicklung des Neuen Gymnasiums Wilhelmshaven.

Die Schule wurde heute offiziell „den Schülern übergeben“ – Der erste Unterricht hat heute nach dem Ende der sechswöchigen Sommerferien am Neuen Gymnasium Wilhelmshaven – mit neuen Sitz am Mühlenweg 63/65 – stattgefunden.

Die Schülerinnen und Schüler sowie die Lehrkräfte und die nichtpädagogischen Mitarbeiter nehmen nun ihre Arbeit am Mühlenweg auf.

 

 

von Dr. Jens Graul

Die Kasernenanlage am Mühlenweg ist 1912 – vor gut 100 Jahren – vom Marine-Garnison-Bauamt Wilhelmshaven, den Architekten Wilibald Strempel und Friedrich Balfanz, errichtet worden. Sie bestand aus elf Unterkunfts- bzw. Verwaltungsgebäuden, einem Exerzierhaus (der späteren Kraftwagenhalle) sowie einem sehr großen Exerzierplatz.

Das Kasernengelände lag auf Heppenser Gebiet. Schon vor der Jahrhundertwende hatte sich herausgestellt, dass das ursprünglich von Preußen 1853 bzw. 1864 zur Anlage eines Flottenstützpunktes erworbene Areal dem militärischen Bedarf nicht mehr genügte. Das Großherzogtum Oldenburg lehnte eine weitere Ausdehnung des preußischen Jadegebiets ab, gestattete aber Preußen, auf fiskalischem Gebiet militärische Anlagen zu errichten: die Kasernen am Mühlenweg,  die Kasernen für das II. Seebataillon an der Gökerstraße, das Marinebekleidungsamt in der Ulmenstraße (Textilhof), die Marinewaschanstalt in der Schellingstraße oder das Munitionsdepot und die Schießanlage (später Sportgelände) an der Freiligrathstraße.

Die Architekten entwarfen zwischen Mühlenweg und Artilleriestraße (heute Schellingstraße) eine Anlage nach dem Prinzip der „Pavillon-Kaserne“:  einzelne freistehende Unterkunftsgebäuden rund um einen zentralen Exerzierplatz. Die Kasernen waren für 2.400 Soldaten ausgelegt und damit möglicherweise eine der größten Anlagen ihrer Zeit. Die Gestaltung die Gebäude entsprach dem so bezeichneten „niederländischen Renaissancestil“. Ingo Sommer schrieb dazu: „Die zwei bis viergeschossigen Einzelgebäude sind im Inneren absolut modern, vermitteln aber im äußeren den Eindruck bürgerlich verschlafener Biederkeit, auch wenn sie hoheitlich gemeint waren. Die umlaufenden roten Backsteinfassaden sind durch helle Sandsteinstreifen in Höhe der Fensterstürze, Fensterbänke und Kämpfer aufgelockert. Hoch ausragende, steile Ziegeldächer enthalten weitere Geschosse und entsprechende Gaubenreihen. Sogar Dachdetails aus dem Formkatalog der englischen Landhausvillen sind zu finden. Hervorstechendes Merkmal der Mühlenwegkasernen sind die zahlreichen treppenförmigen teils mehrere Geschosse hohen Renaissancegiebel, die durch Voluten, Schweifwerk und Obelisken äußerst reichhaltig gerahmt sind.“ [1]

neueKaserneMuehlenweg

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Auf dem Weg zum Neuen Gymnasium Wilhelmshaven

 

Zwei Standorte – eine Schule: Winona Fischer besuchte das Käthe-Kollwitz-Gymnasium und Maren Schwartz war Schülerin des Gymnasiums am Mühlenweg. Dass sie plötzlich und ohne ihr Zutun eine gemeinsame Schule besuchen, klingt seltsam. Der Grund: Das KKG und GaM wurden zusammengelegt und werden nun zum Beginn des Schuljahres unter einem Dach vereint. Darüber haben sich die beiden WZ-Jugendreporterinnen ihre Gedanken gemacht.

 

VON MAREN SCHWARTZ UND WINONA FISCHER

 

Die Uhr läuft rückwärts. Wie der Countdown einer Zeitbombe. Noch 232 Tage – so verkündet es heute die Internetseite des Neuen Gymnasiums Wilhelmshaven (NGW). Bis zur Eröffnung des neuem Schulgebäudes am Mühlenweg zählen Schüler und Lehrer die Stunden, Minuten und Sekunden. Vom Bau des NGW hat man ja schon gehört. Hier werden das Käthe Kollwitz Gymnasium und das Gymnasium am Mühlenweg unter einem Dach vereint. Zusammengelegt sind die beiden ehemaligen städtischen Gymnasien bereits seit dem 1. August dieses Jahres. Zurzeit ist das gemeinsame Schulgebäude aber noch eine große Baustelle. Unterrichtet wird bis zur Eröffnung an zwei Standorten. Zum einen im Gebäude des ehemaligen KKG an der tom-Brok-Straße, zum anderen am Standort Schellingstraße – im Haus der ehemaligen Hauptschule Heppens.

 

Das Projekt der Stadt Wilhelmshaven ist mit großen Kosten verbunden, da es das modernste Gymnasium Niedersachsens werden soll. Neue Unterrichtskonzepte und die Ausstattung der Schule sollen das Bildungsangebot in Wilhelmshaven so attraktiv wie möglich machen. Darin sind sich die Vertreter im Rat der Stadt, der Schulvorstand und die Bauherren einig. Doch wie sind die Einschätzung der Schüler? Wir haben uns mit diesem Thema auseinandergesetzt und aus der Sicht von Schülern beider Standorte konnten wir uns ein allgemeines Meinungsbild schaffen. Vor dem Baustart war die Stimmung der Schüler bezüglich der Zusammenlegung zum NGW eher negativ. Grund waren der sich eher schwierig gestaltende Übergang von zwei Standorten zu einem, der plötzlichen Umstellung auf eine viel größere Schülerzahl.

 

Außerdem müssen vor allem viele ehemalige KKG Schüler künftig einen längeren Schulweg in Kauf nehmen. Und obwohl die Schüler nun offiziell dasselbe Gymnasium

besuchen, ist das Gemeinschaftsgefühl bislang nicht sehr ausgeprägt. Gerade Schüler des jetzigen 12. Jahrgangs fehlt die Identifikation mit dem NGW. „Seit sieben Jahren stand KKG auf meinem Zeugnis und jetzt soll ausgerechnet auf meinem Abschlusszeugnis etwas anderes stehen“, sagt zum Beispiel Gizem Bayram. Auch das Pendeln zwischen den Standorten bereitet vielen Oberstufenschülern größere Umstände. Aber es gibt ohnehin schon Kooperationen zwischen Gymnasien Wilhelmshavens – zum Beispiel bei Arbeitsgemeinschaften. Aus der Sicht der ehemaligen GaM-Schüler sind die Baumaßnahmen am Mühlenweg gelegentlich störend. Sie sind aber nun mal nötig, um das Projekt umzusetzen. Trotz aller möglichen Probleme freuen sich viele Schüler auf die neue Schule. MINT- und Theaterklassen sowie zweisprachiger Unterricht sind nur einige von vielen Angeboten, die geplant sind.

 

Auch der Wandel zu einer Ganztagsschule bringt viele Vorteile mit sich. So wird es eine Mensa geben, die viermal in der Woche warmes Essen bietet. Natürlich sind Zusammenschließungen von Schulen wie diese nicht immer einfach, aber aufgrund sinkender Schülerzahlen nicht vermeidbar.

 

© Wilhelmshavener Zeitung vom 13. Dezember 2012, Seite 33

Heute um 11.00 Uhr feierte des NGW das Richtfest für den Neubau im Mühlenweg. Über 100 geladene Gäste waren vor Ort. Auch das NGW-Blog-Team war mit Kameras vor Ort. Ein Artikel folgt. Nun jedoch schon einmal viel Spaß mit den Bildern.

Was es bedeutet, wenn eine ganze Schule mit über 600 Schülern umziehen muss, dass konnte man Anfang diesen Monats am GaM sehen. Alle Schülerinnen und Schüler haben geholfen hunderte Tische und Stühle zu transportieren und die diversen Sammlungen der Fachbereiche und das Archiv aufzuräumen.

NGW | Blog war für Sie mit Kamera vor Ort und wünscht nun viel Spaß beim Betrachten der Bilder.